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Karl Friedrich Hampe - Kirchenausgang
Karl Friedrich Hampe - Kirchenausgang

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Kirchenausgang Technik: Öl auf Leinwand unten links signiert und datiert: "Hampe 1814" Zustand: Insgesamt guter, restaurierter Gesamtzustand. Einige kleinere Retuschen, besonders im Randbereich. Größe: 25,5 x 22 cm (Darstellung) 34,5 x 31 cm (Rahmengröße) Epoche: Romantik Jahr: 1814 Was ist Realität, was ist Einbildung oder Sinnestäuschung? In der gothic novel des 18. Jahrhunderts und in der Schauerromantik eines E.T.A. Hoffmann wird der Rezipient mit solchen Fragen allein gelassen. Die Grenze zwischen der gewohnten und verlässlichen Welt und einer anderen Wirklichkeit, in der die Gesetze der Rationalität nicht mehr gelten, soll verschwimmen. Dass die Literatur hierbei wesentlich von der bildenden Kunst zehrt und mit der intertextuellen Dimension ihrer Sprachbilder und Verfahren operiert, veranschaulicht Hoffmann durch seine Titel Fantasiestücke in Callots Manier und Nachtstücke. Unter patriotischen Vorzeichen wandelte sich die Gotik in Preußen allerdings vom Synonym dunkler Epochen zum neuerdings staatstragenden Baustil, ein Faktum, dem selbst Goethe 1823 in seiner Reprise des Textes Von deutscher Baukunst Tribut zollte. Der 1788 bis 1793 an der Berliner Akademie als Zeichner ausgebildete, nach intensivem Studium der Perspektive ab 1810 als Maler tätige Hampe stellt uns eine fromme Vision des Mittelalters vor Augen, die von spitzbogigen Gewölben und Portalen, einer Rosette über einem Trumeaupfeiler, Wimpergen und Blendmaßwerk geprägt wird. Hinzu kommen hölzerne Einbauten und Figuren. Durchwandert wird diese Architektur von schemenhaften Mönchen in Kutten, die an einen Bettelorden denken lassen. Frappierend hierbei sind die Darstellungen von Maria und Joseph unterm Kreuz sowie der Christusfigur selbst, denn diese Figuren scheinen derselben Realitätsebene anzugehören wie die Mönche. Wirken die als bemalte Holzskulpturen noch begreifbaren Figuren lebendig oder zumindest lebensecht, so stellt sich die kleinteilige Architektur hinter dem Portal als Grisaille dar, sie besteht aus einem graphischen Liniengerüst und wird somit im Sinne eines auf zweiter Stufe artifiziellen Bildes erfahrbar. Bewusst könnte der gelehrte Hampe damit auf die von den Brüdern Boisserée publizierten Kupferstiche gotischer Dompläne anspielen, die auch Goethe anerkennen musste. Doch was ist hier Innen, was Außen? Aus dem vorderen Raum führen Stufen nach oben, anscheinend in ein Kircheninneres, durch das Portal jedoch erscheint die Außenfassade einer Kathedrale. Zur Irrealität der somit reichlich als imaginativ ausgewiesenen Szenerie tritt die Unglaubhaftigkeit der Lichtgestaltung. Denn wie der gespenstische Schattenwurf auf den Platten im Vordergrund zeigt, muss das fahle Licht aus dem vermeintlichen Innenhof kommen, der wiederum dunkler als der vermeintliche Innenraum im Vordergrund ist. Das bläuliche Kolorit verleiht der Szenerie geradezu nächtlichen Charakter: dann wäre es - wie in den Kloster- und Kirchenruinenbildern Friedrichs und Blechens - Mondlicht, das Rosette und Torbögen mit exakten Konturen, aber unterschiedlichen Vergrößerungsfaktoren abbildet. Hinsichtlich der irrationalen Verschränkung von Innen- und Außenperspektiven steht Ernst Ferdinand Oehmes Dom im Winter (um 1821) in engster Beziehung zu unserem Bild. Über Oehme hinaus, auch wenn dieser Hampe maßgeblich beeinflusst hat, weist die eigenartige Belebtheit der Skulpturen: die Wiederbelebung der Vergangenheit, die hier besonders greifbar wird, wurde jüngst als eine Praxis der intellektuellen Verlebendigung diskutiert, die den magischen Bildgebrauch früherer Epochen abgelöst habe.1 --- 1 Hönes 2016, S. 437. Haben Sie weitere Fragen? Kontaktieren Sie unsFragen zum Artikel?, Kirchenausgang, Technik: Öl auf Leinwand unten links signiert und datiert: "Hampe 1814" Zustand: Insgesamt guter, restaurierter Gesamtzustand. Einige kleinere Retuschen, besonders im Randbereich. Größe: 25,5 x 22 cm (Darstellung) 34,5 x 31 cm (Rahmengröße) Epoche: Romantik Jahr: 1814, Technik: Öl auf Leinwand, Technik: Öl auf Leinwand unten links signiert und datiert: "Hampe 1814" Zustand: Insgesamt guter, restaurierter Gesamtzustand. Einige kleinere Retuschen, besonders im Randbereich. Größe: 25,5 x 22 cm (Darstellung) 34,5 x 31 cm (Rahmengröße) Epoche: Romantik Jahr: 1814, unten links signiert und datiert: "Hampe 1814", Zustand: Insgesamt guter, restaurierter Gesamtzustand. Einige kleinere Retuschen, besonders im Randbereich. Größe: 25,5 x 22 cm (Darstellung), 34,5 x 31 cm (Rahmengröße), Epoche: Romantik, Jahr: 1814, Was ist Realität, was ist Einbildung oder Sinnestäuschung? In der gothic novel des 18. Jahrhunderts und in der Schauerromantik eines E.T.A. Hoffmann wird der Rezipient mit solchen Fragen allein gelassen. Die Grenze zwischen der gewohnten und verlässlichen Welt und einer anderen Wirklichkeit, in der die Gesetze der Rationalität nicht mehr gelten, soll verschwimmen. Dass die Literatur hierbei wesentlich von der bildenden Kunst zehrt und mit der intertextuellen Dimension ihrer Sprachbilder und Verfahren operiert, veranschaulicht Hoffmann durch seine Titel Fantasiestücke in Callots Manier und Nachtstücke. Unter patriotischen Vorzeichen wandelte sich die Gotik in Preußen allerdings vom Synonym dunkler Epochen zum neuerdings staatstragenden Baustil, ein Faktum, dem selbst Goethe 1823 in seiner Reprise des Textes Von deutscher Baukunst Tribut zollte. Der 1788 bis 1793 an der Berliner Akademie als Zeichner ausgebildete, nach intensivem Studium der Perspektive ab 1810 als Maler tätige Hampe stellt uns eine fromme Vision des Mittelalters vor Augen, die von spitzbogigen Gewölben und Portalen, einer Rosette über einem Trumeaupfeiler, Wimpergen und Blendmaßwerk geprägt wird. Hinzu kommen hölzerne Einbauten und Figuren. Durchwandert wird diese Architektur von schemenhaften Mönchen in Kutten, die an einen Bettelorden denken lassen. Frappierend hierbei sind die Darstellungen von Maria und Joseph unterm Kreuz sowie der Christusfigur selbst, denn diese Figuren scheinen derselben Realitätsebene anzugehören wie die Mönche. Wirken die als bemalte Holzskulpturen noch begreifbaren Figuren lebendig oder zumindest lebensecht, so stellt sich die kleinteilige Architektur hinter dem Portal als Grisaille dar, sie besteht aus einem graphischen Liniengerüst und wird somit im Sinne eines auf zweiter Stufe artifiziellen Bildes erfahrbar. Bewusst könnte der gelehrte Hampe damit auf die von den Brüdern Boisserée publizierten Kupferstiche gotischer Dompläne anspielen, die auch Goethe anerkennen musste. Doch was ist hier Innen, was Außen? Aus dem vorderen Raum führen Stufen nach oben, anscheinend in ein Kircheninneres, durch das Portal jedoch erscheint die Außenfassade einer Kathedrale. Zur Irrealität der somit reichlich als imaginativ ausgewiesenen Szenerie tritt die Unglaubhaftigkeit der Lichtgestaltung. Denn wie der gespenstische Schattenwurf auf den Platten im Vordergrund zeigt, muss das fahle Licht aus dem vermeintlichen Innenhof kommen, der wiederum dunkler als der vermeintliche Innenraum im Vordergrund ist. Das bläuliche Kolorit verleiht der Szenerie geradezu nächtlichen Charakter: dann wäre es - wie in den Kloster- und Kirchenruinenbildern Friedrichs und Blechens - Mondlicht, das Rosette und Torbögen mit exakten Konturen, aber unterschiedlichen Vergrößerungsfaktoren abbildet. Hinsichtlich der irrationalen Verschränkung von Innen- und Außenperspektiven steht Ernst Ferdinand Oehmes Dom im Winter (um 1821) in engster Beziehung zu unserem Bild. Über Oehme hinaus, auch wenn dieser Hampe maßgeblich beeinflusst hat, weist die eigenartige Belebtheit der Skulpturen: die Wiederbelebung der Vergangenheit, die hier besonders greifbar wird, wurde jüngst als eine Praxis der intellektuellen Verlebendigung diskutiert, die den magischen Bildgebrauch früherer Epochen abgelöst habe.1 --- 1 Hönes 2016, S. 437. Haben Sie weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns, Was ist Realität, was ist Einbildung oder Sinnestäuschung? In der gothic novel des 18. Jahrhunderts und in der Schauerromantik eines E.T.A. Hoffmann wird der Rezipient mit solchen Fragen allein gelassen. Die Grenze zwischen der gewohnten und verlässlichen Welt und einer anderen Wirklichkeit, in der die Gesetze der Rationalität nicht mehr gelten, soll verschwimmen. Dass die Literatur hierbei wesentlich von der bildenden Kunst zehrt und mit der intertextuellen Dimension ihrer Sprachbilder und Verfahren operiert, veranschaulicht Hoffmann durch seine Titel Fantasiestücke in Callots Manier und Nachtstücke. Unter patriotischen Vorzeichen wandelte sich die Gotik in Preußen allerdings vom Synonym dunkler Epochen zum neuerdings staatstragenden Baustil, ein Faktum, dem selbst Goethe 1823 in seiner Reprise des Textes Von deutscher Baukunst Tribut zollte. Der 1788 bis 1793 an der Berliner Akademie als Zeichner ausgebildete, nach intensivem Studium der Perspektive ab 1810 als Maler tätige Hampe stellt uns eine fromme Vision des Mittelalters vor Augen, die von spitzbogigen Gewölben und Portalen, einer Rosette über einem Trumeaupfeiler, Wimpergen und Blendmaßwerk geprägt wird. Hinzu kommen hölzerne Einbauten und Figuren. Durchwandert wird diese Architektur von schemenhaften Mönchen in Kutten, die an einen Bettelorden denken lassen. Frappierend hierbei sind die Darstellungen von Maria und Joseph unterm Kreuz sowie der Christusfigur selbst, denn diese Figuren scheinen derselben Realitätsebene anzugehören wie die Mönche. Wirken die als bemalte Holzskulpturen noch begreifbaren Figuren lebendig oder zumindest lebensecht, so stellt sich die kleinteilige Architektur hinter dem Portal als Grisaille dar, sie besteht aus einem graphischen Liniengerüst und wird somit im Sinne eines auf zweiter Stufe artifiziellen Bildes erfahrbar. Bewusst könnte der gelehrte Hampe damit auf die von den Brüdern Boisserée publizierten Kupferstiche gotischer Dompläne anspielen, die auch Goethe anerkennen musste. Doch was ist hier Innen, was Außen? Aus dem vorderen Raum führen Stufen nach oben, anscheinend in ein Kircheninneres, durch das Portal jedoch erscheint die Außenfassade einer Kathedrale. Zur Irrealität der somit reichlich als imaginativ ausgewiesenen Szenerie tritt die Unglaubhaftigkeit der Lichtgestaltung. Denn wie der gespenstische Schattenwurf auf den Platten im Vordergrund zeigt, muss das fahle Licht aus dem vermeintlichen Innenhof kommen, der wiederum dunkler als der vermeintliche Innenraum im Vordergrund ist. Das bläuliche Kolorit verleiht der Szenerie geradezu nächtlichen Charakter: dann wäre es - wie in den Kloster- und Kirchenruinenbildern Friedrichs und Blechens - Mondlicht, das Rosette und Torbögen mit exakten Konturen, aber unterschiedlichen Vergrößerungsfaktoren abbildet. Hinsichtlich der irrationalen Verschränkung von Innen- und Außenperspektiven steht Ernst Ferdinand Oehmes Dom im Winter (um 1821) in engster Beziehung zu unserem Bild. Über Oehme hinaus, auch wenn dieser Hampe maßgeblich beeinflusst hat, weist die eigenartige Belebtheit der Skulpturen: die Wiederbelebung der Vergangenheit, die hier besonders greifbar wird, wurde jüngst als eine Praxis der intellektuellen Verlebendigung diskutiert, die den magischen Bildgebrauch früherer Epochen abgelöst habe.1 --- 1 Hönes 2016, S. 437. Was ist Realität, was ist Einbildung oder Sinnestäuschung? In der gothic novel des 18. Jahrhunderts und in der Schauerromantik eines E.T.A. Hoffmann wird der Rezipient mit solchen Fragen allein gelassen. Die Grenze zwischen der gewohnten und verlässlichen Welt und einer anderen Wirklichkeit, in der die Gesetze der Rationalität nicht mehr gelten, soll verschwimmen. Dass die Literatur hierbei wesentlich von der bildenden Kunst zehrt und mit der intertextuellen Dimension ihrer Sprachbilder und Verfahren operiert, veranschaulicht Hoffmann durch seine Titel Fantasiestücke in Callots Manier und Nachtstücke. Unter patriotischen Vorzeichen wandelte sich die Gotik in Preußen allerdings vom Synonym dunkler Epochen zum neuerdings staatstragenden Baustil, ein Faktum, dem selbst Goethe 1823 in seiner Reprise des Textes Von deutscher Baukunst Tribut zollte. Der 1788 bis 1793 an der Berliner Akademie als Zeichner ausgebildete, nach intensivem Studium der Perspektive ab 1810 als Maler tätige Hampe stellt uns eine fromme Vision des Mittelalters vor Augen, die von spitzbogigen Gewölben und Portalen, einer Rosette über einem Trumeaupfeiler, Wimpergen und Blendmaßwerk geprägt wird. Hinzu kommen hölzerne Einbauten und Figuren. Durchwandert wird diese Architektur von schemenhaften Mönchen in Kutten, die an einen Bettelorden denken lassen. Frappierend hierbei sind die Darstellungen von Maria und Joseph unterm Kreuz sowie der Christusfigur selbst, denn diese Figuren scheinen derselben Realitätsebene anzugehören wie die Mönche. Wirken die als bemalte Holzskulpturen noch begreifbaren Figuren lebendig oder zumindest lebensecht, so stellt sich die kleinteilige Architektur hinter dem Portal als Grisaille dar, sie besteht aus einem graphischen Liniengerüst und wird somit im Sinne eines auf zweiter Stufe artifiziellen Bildes erfahrbar. Bewusst könnte der gelehrte Hampe damit auf die von den Brüdern Boisserée publizierten Kupferstiche gotischer Dompläne anspielen, die auch Goethe anerkennen musste. Doch was ist hier Innen, was Außen? Aus dem vorderen Raum führen Stufen nach oben, anscheinend in ein Kircheninneres, durch das Portal jedoch erscheint die Außenfassade einer Kathedrale. Zur Irrealität der somit reichlich als imaginativ ausgewiesenen Szenerie tritt die Unglaubhaftigkeit der Lichtgestaltung. Denn wie der gespenstische Schattenwurf auf den Platten im Vordergrund zeigt, muss das fahle Licht aus dem vermeintlichen Innenhof kommen, der wiederum dunkler als der vermeintliche Innenraum im Vordergrund ist. Das bläuliche Kolorit verleiht der Szenerie geradezu nächtlichen Charakter: dann wäre es - wie in den Kloster- und Kirchenruinenbildern Friedrichs und Blechens - Mondlicht, das Rosette und Torbögen mit exakten Konturen, aber unterschiedlichen Vergrößerungsfaktoren abbildet. Hinsichtlich der irrationalen Verschränkung von Innen- und Außenperspektiven steht Ernst Ferdinand Oehmes Dom im Winter (um 1821) in engster Beziehung zu unserem Bild. Über Oehme hinaus, auch wenn dieser Hampe maßgeblich beeinflusst hat, weist die eigenartige Belebtheit der Skulpturen: die Wiederbelebung der Vergangenheit, die hier besonders greifbar wird, wurde jüngst als eine Praxis der intellektuellen Verlebendigung diskutiert, die den magischen Bildgebrauch früherer Epochen abgelöst habe.1 --- 1 Hönes 2016, S. 437. 1, 1, Haben Sie weitere Fragen?, Kontaktieren Sie uns, Fragen zum Artikel?
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